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In conversation with

Barathy Akkan

Am schönsten fühlt sie sich, wenn sie sich vor Lachen krümmt. Die Pflegefachfrau aus dem Glarnerland, die auch modelt, über ihre tamilische Herkunft und eine Art Doppelleben à la Hannah Montana.

TEXT: STEFANIE PONCA
PHOTOS: RENÉ FITZEK
STYLING: JENNI TSCHUGMELL @style-council
HAIR + MAKE-UP: SOPHIA SINGH @style-council

Conversation

Barathy Akkan ist im Kanton Glarus aufgewachsen, mit tamilischen Wurzeln. Sie ist diplomierte Pflegefachfrau und arbeitet als Model. Ein Gespräch über Zugehörigkeit, über die Schönheit kleiner Momente und über zwei Welten, in denen sie gleichermassen zu Hause ist.

Barathy Akkan in einem plissierten rosafarbenen Kleid mit tiefroter Perlenkette im direkten Sonnenlicht.
Barathy Akkan in einem Outfit von Julie Kegels, erhältlich bei Tasoni. Foto: René Fitzek für Super Flattering.

LINKS: KLEID VON AZUR UND HALSKETTE VON COMPLETEDWORKS BEI OPIA. EAR CUFFS VON SHERYLIN BIRTH. RECHTS: OUTFIT VON JULIE KEGELS BEI TASONI.

Stefanie

Bevor wir über Schönheitsideale und Identität sprechen: Wann fühlst du dich am schönsten?

Barahty

Wenn ich so lache, dass mir der Bauch wehtut. Dieses Gefühl, wenn das Lachen langsam nachlässt und man völlig ausgepowert ist davon, das ist für mich das Schönste.

Stefanie

Du bist zwischen zwei Kulturen aufgewachsen, im Kanton Glarus und mit tamilischem Hintergrund. Die Schweiz und die tamilische Kultur haben recht unterschiedliche Vorstellungen von Schönheit. Wie hast du das wahrgenommen?

Barahty

Von beiden Seiten kam nicht immer viel Positives. Heute finde ich es aber schön, tamilisch auszusehen und Tamilin zu sein. Das war nicht immer so. Als junge Frau wollte ich vor allem dazugehören und nicht ständig das Gefühl haben, anders aufzufallen. Deshalb hätte ich mir manchmal gewünscht, mehr wie die Menschen um mich herum auszusehen.

Mit der Zeit habe ich aber gemerkt, dass es eigentlich gar keine feste Norm dafür gibt, wie man aussehen oder sein sollte. Diese Erkenntnis hat mir geholfen, meine Herkunft mehr wertzuschätzen. Heute bin ich stolz darauf: Ich spreche gern Tamilisch, höre tamilische Musik, feiere tamilische Feste und trage tamilischen Schmuck. Ich möchte, dass die Menschen wissen, woher ich komme.

Close-up von Barathy Akkan mit dunklen Haarsträhnen im Gesicht, während Sonnenlicht auf ihre Haut fällt.
Nahporträt von Barathy Akkan mit losem Haar im Gesicht, während das Licht über ihre Haut fällt.

Stefanie

Hast du ein Guilty Pleasure?

Barathy

Definitiv süsse Sachen, und nicht mal die exquisiten. Alles, was chemisch und künstlich süss ist. Statt frischem Croissant mit Füllung lieber das abgepackte aus der Folie, mit allem drin, was man eigentlich nicht aussprechen kann.

Stefanie

Du hast Pflege gelernt und arbeitest gleichzeitig als Model. Für Aussenstehende ist das eine ungewöhnliche Kombination. Wie erklärst du das?

Barahty

Für mich ist das völlig normal. Ich bin diplomierte Pflegefachfrau, ein Beruf, für den ich mich früh entschieden habe und den ich nie bereut habe. Das Modeln hingegen war nichts, das ich aktiv geplant habe. Irgendwann gehörte einfach beides zu meinem Leben, und für mich passt diese Kombination sehr gut.

Ich merke oft, dass Leute überrascht reagieren und mich dafür fast auf ein Podest stellen. Manchmal finde ich es sogar etwas schade, dass ich durch das Modeln oft mehr Wertschätzung für meinen Pflegeberuf bekomme als Menschen, die diesen Job jeden Tag Vollzeit ausüben. Dabei verdienen gerade sie genauso viel Anerkennung. Trotzdem fühlt es sich manchmal ein bisschen wie Hannah Montana an: zwei unterschiedliche Welten, die beide zu mir gehören und mir Freude machen.

Barathy Akkan mit Ear Cuffs von Sherylin Birth. Foto: René Fitzek für Super Flattering.

EAR CUFFS VON SHERYLIN BIRTH.

Stefanie

Gibt es etwas in deiner Pflegearbeit, das dich besonders geprägt hat? Etwas, das du in keinem anderen Beruf so gelernt hättest?

Barathy

Was mir die Pflege am meisten mitgegeben hat, ist die Erkenntnis, dass das Leben oft anders verläuft, als man denkt, und wie schnell sich Situationen verändern können. Durch die Arbeit mit Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenslagen habe ich gelernt, wie wichtig Beziehungen sind: zu Angehörigen, zu Freunden und zu den Menschen, die einem nahestehen. Das hat mich sehr geprägt und ist auch ein Grund, warum ich heute so viel Wert auf meine eigenen Freundschaften und Beziehungen lege.

Stefanie

Was möchtest du in zehn Jahren genauso machen wie heute?

Barathy

Ich hoffe, dass ich mir auch in zehn Jahren die Fähigkeit bewahre, alltägliche Dinge bewusst zu zelebrieren und zu schätzen. Kleine Routinen und einfache Momente im Alltag geben mir ein Gefühl von Wohlbefinden und Ruhe, und ich möchte nicht verlernen, genau darin etwas Schönes zu sehen.

Barathy Akkan in einem skulpturalen weissen Look, fotografiert von René Fitzek für Super Flattering.
Rückansicht von Barathy Akkans tiefem Pferdeschwanz mit skulpturalem Haarschmuck und goldenen Ohrringen.

BLUSE, ROCK UND HAARSCHMUCK VON CLAUDIA BERTINI

Dieses Interview ist in der Printausgabe von Super Flattering N°01 / 2026 erschienen.

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